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Taqlīd? Nein danke!

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Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon ibn ʿUmar » Mi Aug 22, 2012 12:08 am

بسم الله الرحمن الرحيم
السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


Mach einer mag sagen: „Du musst Taqlīd auf einen der Gelehrten machen!” So lautet meine Antwort hierauf: „Das mache ich; ich mache Taqlīd auf unseren Propheten saw..” Wenn mir dann gesagt wird: „Wie kannst du denn die Aussagen des Propheten saw. verstehen?”, so sage ich ihm: „Wie soll ich dann die Aussagen der Gelehrten verstehen?”
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon Abu Hurairah » Mi Aug 22, 2012 6:15 am

assalamu

richtig bruder! weißt du, ich würde sagen der gesandte allahs war der erste aufklärer! er hat die menschen dazu animeiert nachzudenken, nicht blind zuseinund einem fehlbaren zu gehorchen. diese menschen sagen, du kannst die religion nicht verstehen weil sie zu schwerig ist, aber schaut einmal auf wen diese religion als erstes hinabgesandt worden ist. auf bauern und wüstennomaden! man erinnere sich an die quantenphysikerin die sayyidna umar in der masjid korrigierte!

danke für den post!

Wa salam
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon Airkan » Mi Aug 22, 2012 9:02 am

assalamu
ich finde diese Thematik sehr interessant und lass mich gerne des besseren belehren.
Ich hab mal einige Fragen hierzu:
Sprichst du arabisch? Erläuterst du die Hadithe selber? Denn wenn du kein Taqlid machst, dann darsft du niemanden fragen. Mit fragen meine ich nach der Bedeutung, sobald du nämlich jemanden fragst nach einem Hadith machst du auch Taqlid. Was machst du bei Themen wo es verschiedene Meinungen unter den Gelehrten gibt? Wenn beide Seiten ihre Beweise haben? Es gibt und gab zahlreich "Gelehrte" die einer Rechtschule gefolgt sind. Wieso folgen Gelehrte einer Rechtschule? Wenn du kein Taqlid machst, nehme ich an, du hast die Stellung eines Mujtahid Mutlaq, richtig? Du müsstest dazu ja perfekt hocharabisch können, dann müsstest du wissen wann ein Quran Vers offenbart wurde und zu welcher Sache dies offenbart wurde. Genau dasselbe müsstes du wissen bei den Hadithen, wann wurde dieser Hadithe gesagt, zu wen wurde das gesagt, welche Umstände waren das und wurde diese Aussage nicht durch eine andere Aussage aufgehoben. Denn wenn man dies nicht kann ist man doch gezwungen taqlid zu machen. Den ich persönlich finde die Aussage, dass man kein Taqlid macht, sehr fragwürdig. Sobald du nämlich einen Gelehrten fragst und der dir seine Beweise bringt, heißt dies ja nicht, dass die restlichen Gelehrten die eine andere Meinung haben falsch sind. Denn auch andere Gelehrte mit anderen Schlussfolgerungen werden andere Sahih bringen können.
Worauf ich hinaus will ist, dass ich denke, dass diejenigen die behaupten dass sie kein Taqlid machen gar nicht wissen, dass sie in Wirklichkeit taqlid machen.
Und wie gesagt, ich bin für alles offen.
assalamu
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon PenName » Mi Aug 22, 2012 1:45 pm

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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon ibn ʿUmar » Mi Aug 22, 2012 2:29 pm

بسم الله الرحمن الرحيم
السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


Airkan hat geschrieben:Sprichst du arabisch? Erläuterst du die Hadithe selber?


Erstens: Das ist genau das, was ich kritisiere: Wenn du behauptest, ich könne die Aussage des Propheten saw. nicht verstehen, so frage ich dich: Wie kann ich dann die Aussagen der Gelehrten verstehen? Sprich, wo ist der Unterschied zwischen den Aussagen des Propheten saw. und den Aussagen eines Gelehrten?

Zweitens: Wie kann man behaupten, dass der Muslim entweder ein Muqallid oder ein Muğtahid ist? Ist es nicht vielmehr so, dass die Gelehrten das Vermögen eines Muslims in der Suche nach der Wahrheit in vier Kategorien unterteilten? Ferner stellt sich ein weiteres Paradoxon: Wie ist man auf die Pflicht des Taqlīd gekommen: durch Taqlīd oder durch Iğtihād?

Drittens: Die Behauptung, der Taqlīd sei für den „Laien“ verpflichtend, impliziert die Aussage, ein Nichtmuslim sei von der Pflicht des Muslimwerdens befreit. Dies darum, da man behauptet, dass er einfach nicht in der Lage sei, zwischen einer richtigen und einer falschen Meinung zu unterscheiden – sei sie noch so eindeutig.

Viertens: Muss der Ottonormal Muslim einem Gelehrten in der ʿAqīdah ebenso blind folgen? Wenn der „Laie“ doch nicht das Geringste aus dem Buche Aḷḷāhs und den Aussagen Seines Gesandten zu verstehen vermag, wie sieht es dann mit dem Kufr aus? Wenn Person X beispielsweise dem Dorfmullah Y folgt, und Dorfmullah Y Person X in den Kufr zieht: Ist das dann entschuldigter Kufr? Oder mutiert Person X, der „Laie“ urplötzlich zum Muğtahid seiner Zeit?

Fünftens: Sagt Aḷḷāh 'azza wa jall denn nicht (sinngemäß): „So fragt die Leute des Wissens, wenn ihr nicht wisst.“ (16:43) Ist diese Aussage denn nicht allgemein gehalten?

Sechstens: Kommt der Taqlīd nicht folgender Warnung Aḷḷāhs nahe: „Und wenn ihnen gesagt wird: ‚Folgt dem, was Aḷḷāh herabgesandt hat‘, so sagen sie: ‚Nein! Wir folgen dem, bei dem wir unsere Väter vorgefunden haben‘, auch, wenn ihre Väter nichts begriffen hätten und nicht rechtgeleitet gewesen wären?“ (2:170) ? Sprich, bedeutet der Taqlīd denn etwas nichts anderes, als dass man dem Shaykh XY die Unfehlbarkeit zuspricht? Wenn nicht, konzediert man damit denn etwa nicht, dass man dem Falschen folgt, wo Aḷḷāh ﷻ doch sagt (sinngemäß): „Folgt dem, was zu euch von eurem Herrn herabgesandt worden ist, und folgt außer Ihm keinen (anderen) Schutzherren! Wie wenig ihr bedenkt!“ (7:3) ?

Siebtens: Auf wen machten die Ṣaḥābah Taqlīd? Welcher Gelehrte war der Ansicht, dass der Taqlīd für den Otto Normalmuslim verpflichtend sei?

Achtens: Wieso sagten die Gelehrten wie ʾImām ʾAbū Ḥanīfa: „Wenn ich etwas sage, was dem Buch oder der Sunnah widerspricht, so lehnt es ab“ (sinngemäß), und nicht: „Wenn ich etwas sage, was dem Buch und der Sunnah widerspricht, so verlasst alle meine Aussagen“, da der Taqlīd ja verpflichtend sei?

Neuntens: Welcher der Gelehrten hat zu jedem einzelnen Thema gesprochen, als dass man ihm uneingeschränkt folgen könnte?


Airkan hat geschrieben:Denn wenn du kein Taqlid machst, dann darsft du niemanden fragen. Mit fragen meine ich nach der Bedeutung, sobald du nämlich jemanden fragst nach einem Hadith machst du auch Taqlid. Was machst du bei Themen wo es verschiedene Meinungen unter den Gelehrten gibt? Wenn beide Seiten ihre Beweise haben? Es gibt und gab zahlreich "Gelehrte" die einer Rechtschule gefolgt sind. Wieso folgen Gelehrte einer Rechtschule?


Das ist ein gewaltiges Missverständnis.

Erstens: Definiere Rechtsschule. Gewiss stützen sich Gelehrte auf gewisse Grundprinzipien, die auch von früheren Gelehrten der Salaf ausgearbeitet worden sein können (Bsp.: Lieber Ḥadīṯ ḍaʿīf oder Qiyās auf Ḥadīṯ ṣaḥīḥ?), gleichzeitig aber kann man auf völlig unterschiedliche Urteile kommen, bspw. weil die späteren Gelehrten es viel leichter hatten bzw. haben, mehrere Überlieferungen für ein Urteil heranzuziehen und die Aussagen der ihnen vorangegangenen Gelehrten mit ihnen zu vergleichen.

Zweitens: Der Prophet saw. sagte: „Wer vom ʿAṣr-Ṣalāh noch eine Rakaʿah mitbekommt, bevor die Sonne untergeht, hat (das ʿAṣr-Ṣalāh) noch rechtzeitig gebetet.“ (Buḫārī 523, Muslim 956. Wortlaut aus ʾAbū Dāwūd 349) Einige Gelehrte sind der Ansicht, dass das ʿAṣr-Ṣalāh endet, sobald der Schatten doppelt so lang wie ein Gegenstand selbst ist. Sie stützen sich auf die Überlieferung von Ibn ʿAbbās, in der es heißt, dass Ǧibrīl den Propheten saw. im Gebet anleitete und ihm das Ende des ʿAṣr-Ṣalāh mit dem Doppelt-so-groß-Werden des Schattens des Gegenstandes erklärte (ʾAbū Dāwūd 332, Tirmiḏī 138. ʾAlbānī: Ḥasan Ṣaḥīḥ). Nun, wie lässt sich dieser vermeintliche Widerspruch erklären? Der Ḥadīṯ von Ǧibrīl ist ein mekkanischer, der von ʾAbū Hurayrah (Buḫārī 523, Muslim 956) ein medinensischer. Der medinensische Ḥadīṯ kann grundsätzlich den mekkanischen aufheben (Nasḫ) bzw. einen Teil abändern. Oder ein anderes Beispiel: Wann endet die Zeit für das Fağr-Ṣalāh? Ibn ʿAbbās war der Ansicht, dass jene Zeit mit dem Beginn der Ẓuhr-Zeit endet. Ist diese Meinungsverschiedenheit für dich akzeptabel? Sprich, schaut man über diesen Fehler hinweg ("Ich bin ein Laie, wie kann ich Ibn ʿAbbās nurkritisieren... ") Nein, sie ist zweifelsohne eine inakzeptable Meinungsverschiedenheit.

Drittens: Der Bruder Tariq hat es auf den Punkt gebracht, als er sagte:
Tariq hat geschrieben:Gewiss, dass jemand den Taqlīd ablehnt bedeutet nicht, dass er sich von den Experten der einzelnen Disziplinen löst, ganz im Gegenteil wird er sich stets auf sie beziehen, doch wird er niemals ihre bloße Meinung zum Gesetz erheben.



Airkan hat geschrieben:Wenn du kein Taqlid machst, nehme ich an, du hast die Stellung eines Mujtahid Mutlaq, richtig?


Nein, aber ich habe alhamdulellah einen Verstand, mit dem ich erkennen kann, ob ein Gelehrter einen klaren Beweis aus Qurʾān und Sunnah hervorbringt oder Qiyās über zehn Ecken macht...


Airkan hat geschrieben:Denn wenn man dies nicht kann ist man doch gezwungen taqlid zu machen.


Der Taqlīd ist das fanatische und extremistische Festhalten an der Meinung eines Gelehrten, und zweifelsohne ist es erlaubt, die Meinungen mehrerer Gelehrte hinzuzuziehen, bevor man sich jene Fatwā aussucht, welche einem am nächsten zur Wahrheit scheint.


Airkan hat geschrieben:Sobald du nämlich einen Gelehrten fragst und der dir seine Beweise bringt, heißt dies ja nicht, dass die restlichen Gelehrten die eine andere Meinung haben falsch sind.


Ist es möglich, dass alle Gelehrten richtig liegen? Oder ist es nicht vielmehr so, wie der Prophet saw. es sagte: „Wenn der (rechtmäßige) Richter ein Urteil fällt, indem er sich anstrengt (Iğtihād macht) und die Wahrheit erlangt, dann bekommt er zwei Belohnungen. Und wenn er sich irrt, bekommt er eine Belohnung.“ Dass alle Gelehrte richtig liegen widerspricht sowohl dem Verstand als auch der Aussage des Propheten saw.. Aber ich sage: „Vielleicht liege ich richtig, vielleicht aber auch nicht; und die Wahrheit liegt bei Aḷḷāh.“


Airkan hat geschrieben:Denn auch andere Gelehrte mit anderen Schlussfolgerungen werden andere Sahih bringen können.


Wenn der Prophet saw. sagt: „Das ʿAṣr-Ṣalāh leitete er [d.h. Ǧibrīl], als der Schatten eines jeden Gegenstandes so lang war wie der Gegenstand selbst.“ , und ich einige Aḥnaf sehe, die das ʿAṣr-Ṣalāh um einiges später beten – man schaue sich nur die ʿAṣr-Zeit-Berechnungsmethoden-Auswahl an: Standard oder Ḥanafi -, dann kann ich wirklich nur noch den Kopf schütteln...


„Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Aḷḷāh.“ (9:31)
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon Moe » Mi Aug 22, 2012 2:30 pm

Video anschauen und am besten den Thread schließen.
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon ibn ʿUmar » Mi Aug 22, 2012 2:39 pm

بسم الله الرحمن الرحيم



وعليكم السلام ورحمة الله وبركاته

Möge الله 'azza wa jall dich belohnen akhī, aber das einzige, was ich vom Shaykh raushören konnte war, dass er uns den Konsens der Gelehrten aufzeigte, dass der Otto Normalmuslim - von den Taqlīd-Propagandisten auch gerne "Laie" genannt - nicht selber zum Iğtihād befähigt ist, sodass er auf die Fatāwā der Gelehrten angewiesen ist; kein Wort von Taqlīd ya akhī. Und natürlich ist man auf die Fatāwā der Gelehrten angewiesen, nichtsdestotrotz ist man dem Beweis verpflichtet, sprich dem Taqlīd auf den Propheten saw..


Shaykh ʾAlbānī sagte selber:

"Dennoch bin ich der Ansicht, dass die Verallgemeinerung in Bezug auf den gemeinen Muslim und dass es für ihn unumgänglich sei Taqlīd zu machen jeder Grundlage entbehrt, denn wenn man bedenkt, dass der Taqlīd das Handeln nach der Ansicht eines anderen ohne Beweis ist, so ist es doch in Wahrheit häufig für einige intelligente Menschen aus der Allgemeinheit einfach den Beweis zu erkennen, da er so klar aus dem Text hervorgeht, welcher ihn übermittelt. Wer will etwa behaupten, dass seine Aussage "al-Tayammum ist ein Streich für das Gesicht und die Hände" für sie in dieser Sache keinen Beweis erkennen lässt, bzw. selbst für jene, welche weniger intelligent sind als sie? Daher ist die Wahrheit dass man sagt: Der Taqlīd ist für den Pflicht, der unfähig ist der Beweis zu erkennen.

(Al-Ḥadīth Ḥujjah fī nafsīh S. 81)
"


(http://www.ahlu-sunnah.com/threads/3995 ... aien%C2%93)
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon ibn ʿUmar » Mi Aug 22, 2012 2:41 pm

بسم الله الرحمن الرحيم
السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


Moe hat geschrieben:Video anschauen und am besten den Thread schließen.

Habe ich gemacht, und konnte beim besten Willen nichts von der Pflicht des Taqlīd für den "Laien" in den Worten des Shaykh raushören...
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon Moe » Mi Aug 22, 2012 3:05 pm

ibn ʿUmar hat geschrieben:بسم الله الرحمن الرحيم
السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


Moe hat geschrieben:Video anschauen und am besten den Thread schließen.

Habe ich gemacht, und konnte beim besten Willen nichts von der Pflicht des Taqlīd für den "Laien" in den Worten des Shaykh raushören...


Salamu Alaikum wa RahmatAllah wa Barakatuh.

Dann schaue es dir noch einmal an :)
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Re: Taqlīd? Nein danke!

Beitragvon ibn ʿUmar » Mi Aug 22, 2012 3:12 pm

بسم الله الرحمن الرحيم


Moe hat geschrieben:Salamu Alaikum wa RahmatAllah wa Barakatuh.

Dann schaue es dir noch einmal an :)

وعليكم السلام ورحمة الله وبركاته

akhī al-Karīm, lies dir das obige Zitat vom Shaykh selber durch; möchtest du vielleicht meine Fragen beantworten 'lächelnd*
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