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Die Beweislast - bei wem liegt sie?

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Die Beweislast - bei wem liegt sie?

Beitragvon ibn ʿUmar » Fr Jan 25, 2013 6:25 pm

بسم الله الرحمن الرحيم
السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


A ist in der Beweispflicht, dass p (d.h. muss beweisen, dass p), wenn:

(1) A behauptet, dass p, und
(2) p eine positive Aussage ist.


Eine positive Aussage ist eine solche, die behauptet, dass etwas (ist), ohne dabei etwas zu negieren (wie z.B. „Es regnet“, oder „Zeus existiert“.)



Beispiel: A sagt: „Zeus existiert!“, so behauptet A etwas (1), und diese Behauptung ist positiv (2). Wenn A hingegen sagt: „Zeus existiert nicht!“, so behauptet A zwar etwas (1), die Behauptung ist jedoch nicht positiv (also nicht (2)).
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Re: Die Beweislast - bei wem liegt sie?

Beitragvon ibn ʿUmar » Fr Jan 25, 2013 6:58 pm

Eine Aussage, die eine gerade Anzahl an "nichts’en" enthält, wie bspw. „Zeus existiert nicht nicht“, oder „Du bist nicht nicht hässlich“ (Achtung: „Du bist nicht nicht unschön [als Synonym zu »hässlich«]“ ist eine dreifache Verneinung [aufgrund des Präfixes „un“ als Negierung], sprich wiederum eine positive Aussage („Du bist nicht nicht nicht schön“)!) werden gleichwie als positive Aussagen gewertet.


Eine Analogie ist in der Arithmetik (Teilgebiet der Mathematik, die sich mit den Grundrechenarten sowie mit den zugehörigen Rechengesetzen beschäftigt) ist das Multiplizieren (das „Malnehmen“) einer negativen Zahl mit einer weiteren negativen Zahl („Minus mal Minus ist Plus.“).


PS: Die Rechengesetze wurden übrigens aus den Gesetzen der Aussagenlogik [Buch, wen's interessiert: Grundkurs Philosophie. Band 1: Logik] abgeleitet.
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Re: Die Beweislast - bei wem liegt sie?

Beitragvon ibn ʿUmar » Di Jan 29, 2013 11:21 am

Ich revidiere:

A ist in der Beweispflicht, dass p, wenn:

    (1) A behauptet, dass p, und
    (2) p eine positive Aussage ist.
, während eine positive Aussage eine solche ist, die dem sog. „Nihilismus“ in des Wortes wahrster Bedeutung entgegenstrebt. D. h., sobald man auch nur behauptet, dass etwas (ist) - auch, wenn man dabei etwas negiert („Du bist nicht unschön“ (doppelte Negation) ⇒ „du bist nicht hässlich“ (einfache Negation)) - trägt man die Beweisführungslast.

Im weiteren Sinne könnte man konsensieren, dass man genau dann in der Beweispflicht ist, wenn man das Prinzip der Parsimonie („Okhams Rasiermesser“) verletzt. Sprich, wenn man von mehr Entitäten ausgeht, als ausgegangen werden muss, um ein Phänomen zu erklären (z. B. von zwei Ursachen, wenn eine Ursache zur Erklärung schon ausreicht; im Speziellen von zwei Schöpfern, wenn ein Schöpfer zur Erklärung schon ausreicht).
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Re: Die Beweislast - bei wem liegt sie?

Beitragvon ibn ʿUmar » Mo Feb 04, 2013 4:16 pm

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Auf dass die Geschwister nicht für die Existenz Allāhs argumentieren, indem sie sagen: "Beweise, dass Er nicht existiert!" - wo würden wir dann landen? Beim Pastafarianismus? "Beweise du mir zuerst, dass es das Spaghettimonster nicht gibt!" Warum dann ja auch nicht...
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Re: Die Beweislast - bei wem liegt sie?

Beitragvon ibn ʿUmar » Mo Feb 04, 2013 4:37 pm

ibn ʿUmar hat geschrieben:D. h., sobald man auch nur behauptet, dass etwas (ist) - auch, wenn man dabei etwas negiert („Du bist nicht unschön“ (doppelte Negation) ⇒ „du bist nicht hässlich“ (einfache Negation)) - trägt man die Beweisführungslast.


An dieser Stelle kann man mich leicht missverstehen: Beim genannten Beispiel wäre der Sprecher nicht in der Beweisführungslast; denn er behauptet ja eben nichts - anders wäre es, wenn er/sie sagen würde: „Du bist schön.“ Sodann müsste er darlegen, weshalb ebenjener schön ist.


Wie gesagt: Sobald man etwas etwas zuschreibt (z. B. Zeus die Existenz, oder einer Person das Hässlich- bzw. Schönsein), ist man selbst in der Pflicht, seine Zuschreibung/Behauptung zu beweisen - darum auch die rechtliche Unschuldsvermutung.
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