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Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah.

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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Do Dez 27, 2012 7:53 pm

bismillah

S. 14f. im besagten Buch Bin Hanbals:

Was Seine Aussagen

{22.47. ...Und gewiß, ein Tag bei deinem Herrn ist wie tausend Jahre nach eurer Berechnung.}

und

{32.5. Er regelt die Angelegenheit vom Himmel bis zur Erde. Hierauf steigt sie zu Ihm auf an einem Tag, dessen Maß tausend Jahre nach eurer Berechnung sind.}
und

{70.4. Es steigen die Engel und der Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist.}

angeht, sagen sie: „Wie können diese Worte eindeutig sein, während sie sich widersprechen?.“



Was Seine Aussage

{22.47. ...Und gewiß, ein Tag bei deinem Herrn ist wie tausend Jahre nach eurer Berechnung.}

angeht, so ist dies von den Tagen, in denen Allāh die Himmel und die Erde erschuf. Beide erschuf Er in sechs Tagen. Jeder dieser Tage hat das Ausmaß von tausend Jahren und was Seine Aussage

{32.5. Er regelt die Angelegenheit vom Himmel bis zur Erde. Hierauf steigt sie zu Ihm auf an einem Tag, dessen Maß tausend Jahre nach eurer Berechnung sind.}

angeht, so ist dies, da Ğibrīl, Allāhs Friede auf ihm, zum Propheten, Allāh segne ihn und gebe ihm Heil, hinabgestiegen ist und ihn (hierauf) zum Himmel emporhob in einem Tag, dessen Ausmaß tausend Jahre sind. Die Reise vom Himmel zur Erde, also der Abstieg, beträgt 500 Jahre und der Aufstieg (ebenso) 500 Jahre und zusammen sind sie tausend Jahre.
Was Seine Aussage

{70.4. Es steigen die Engel und der Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist.}

angeht, (so ist die Bedeutung): Wenn der verantwortliche Patron der Abrechnung der Schöpfung jemand anderes als Allāh wäre, so wäre er damit (selbst) nicht an einem Tag, dessen Ausmaß 50.000 Jahre sind, fertig (ما فرغ منه), wohingegen Allāh damit (bereits) nach der Hälfte eines Tages mit menschlicher Zeitrechnung fertig sein wird, wenn Er sich der Abrechnung der Schöpfung annimmt und dies ist (u.a. die Bedeutung der) Aussage

{21.47. Und Wir stellen die gerechten Waagen für den Tag der Auferstehung auf. So wird keiner Seele um irgend etwas Unrecht zugefügt; und wäre es auch das Gewicht eines Senfkorns, Wir bringen es bei. Und Wir genügen als Berechner.}.

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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon ibn ʿUmar » Do Dez 27, 2012 8:14 pm

Also die Erde sei in sechstausend Jahren erschaffen worden?
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Do Dez 27, 2012 9:21 pm

ibn ʿUmar hat geschrieben:Also die Erde sei in sechstausend Jahren erschaffen worden?


Ja. In 6000 Jahren von denen, die wir Menschen zählen.
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon ibn ʿUmar » Do Dez 27, 2012 9:58 pm

Spricht der aktuelle Stand der Wissenschaft nicht von Zahlen in Millardenhöhe? Sei's drum, ist ja nur eine Gelehrtenmeinung.
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Fr Dez 28, 2012 2:26 am

ibn ʿUmar hat geschrieben:Spricht der aktuelle Stand der Wissenschaft nicht von Zahlen in Millardenhöhe? Sei's drum, ist ja nur eine Gelehrtenmeinung.


Ja tun sie. Allāh schuf sie in 6000 Jahren, so wörtlich. Ich las und hörte oft, dass mit 'Yaum' auch 'Periode' oder 'Epoche' gemeint sein könne.... bisher fand ich aber in keinem Arabischwörterbuch diese weiteren Bedeutungen.

'Yaum' ist, wenn sich die Erde einmal um sich selbst dreht bzw. die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang:

http://www.almaany.com/home.php?language=arabic&word=يوم&cat_group=1&lang_name=عربي&type_word=2&dspl=0

Mich persönlich interessiert viel mehr, dass nach unserer Rechnung die Paradieshimmel 'nur' 500 Jahre hoch sind.
Die Andromeda-Galaxie liegt bekanntlich mehrere Tausend Lichtjahre entfernt, mehr als 500 Lichtjahre also.

Was ich meine: Mit 500 Jahren kann man sich genauso wenig etwas vorstellen wie als wüsste man keine Zahl dazu.
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon ibn ʿUmar » Fr Dez 28, 2012 9:44 am

Das heißt für mich jetzt konkret?
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Sa Dez 29, 2012 12:23 am

ibn ʿUmar hat geschrieben:Das heißt für mich jetzt konkret?


Worte wie 'Tag' und 'Jahr' sind relativ. Nur weil wir sie definiert haben, heißt das nicht, dass Allah sich daran halten muss.

Wie Du gesagt hast, dass Bin Hanbal nun sagt, dass deren Erschaffung 6000 Erdenjahre gewesen sein soll, ist sein Iğtihad. Denn Bin `Abbas spricht (im Gegensatz zu Bin Hanbal) in seinem Tafsir zu 22.47 gar nicht von der Erschaffung von Himmel und Erde. Er sagt das Selbe, was Bin Hanbal zu 32.5 sagte.

Und Allah weiß es besser.

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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Sa Dez 29, 2012 12:24 am

bismillah

S. 15f.

Was Seine Aussage

{6.22-23. Und an dem Tag, da Wir sie alle versammeln, und dann werden Wir zu denen, die (Allah etwas) beigesellt hatten, sagen: "Wo sind (nun) eure Teilhaber, die ihr stets angegeben habt?" Dann wird ihre Ausrede nur sein, dass sie sagen: "Bei Allah, unserem Herrn! Wir waren keine Götzendiener."}

angeht, so werden sie leugnen (Original: انكرو, wörtlich: vorgaukeln, verbergen, verheimlichen), jemals Polytheisten gewesen zu sein. Weiter sagte Er in einem anderen Vers

{4.42. ...Und sie werden vor Allah keine Aussage verheimlichen.}

und so zweifelten sie an den Qur'ān und behaupteten, dass er fehlerhaft sei.


Was Seine Aussage

{"Bei Allah, unserem Herrn! Wir waren keine Götzendiener."}

angeht, so ist dies, wenn die Polytheisten sehen werden, was Allāh den Monotheisten (an Sünden) überschreibt (d.h.: sie auslöscht), werden sie zueinander sagen: „Wenn Er uns fragt, sagen wir, dass wir nicht zu den Polytheisten gehörten.“ Wenn dann Allah sie und ihre Götzen zusammengeführt hat, wird Er sagen

{..."Wo sind (nun) eure Teilhaber, die ihr stets angegeben habt?" Dann wird ihre Ausrede nur sein, dass sie sagen: "Bei Allah, unserem Herrn! Wir waren keine Götzendiener."}

und so verschließen sie sich vom Polytheismus (obwohl sie Polytheisten waren).
Allah wird (hierauf) ihre Münder versiegeln und ihre Körper(teile) befehlen, gegen sich selbst auszusagen und so sagen sie selbst über sich aus und dies ist (die Bedeutung der) Aussage

{36.65. Heute versiegeln Wir ihnen ihre Münder. Ihre Hände werden zu Uns sprechen und ihre Füße Zeugnis ablegen über das, was sie erworben haben.}.

So berichtet Allah, majestätisch und erhaben ist Er, von den Körperteilen, wenn sie (gegen sich) bezeugen (A.d.Ü.: Und dies ist die Bedeutung von

{4.42. ...Und sie werden vor Allah keine Aussage verheimlichen.}

).

Dies ist die Erläuterung dessen, woran die Häretiker zweifelten.

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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » Sa Dez 29, 2012 12:44 am

Man muss erklärend dazu sagen (und ich wundere mich, wieso nur Ibn Umar Verständnisprobleme hat und der Rest anscheinend alles sofort versteht):

Im erstgenannten Vers lehnen die Polytheisten ab, jemals Shirk begangen zu haben, sie verheimlichen sozusagen die Wahrheit. Jetzt erst versteht man den ang. Widerspruch in 4.42, wo es heißt, dass sie nichts verheimlichen.

Die Araber machen keinen so klaren Unterschied wie die Deutschen zwischen Wahrheit ablehnen und Wahrheit verheimlichen.
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Re: Ob nun der Qurān unerschaffen ist und anderes an 'Aqidah

Beitragvon Moe » So Dez 30, 2012 2:37 pm

bismillah

S. 16:

Was Seine Aussagen

{30.55. Und am Tag, da sich die Stunde erhebt, schwören die Übeltäter, sie hätten nicht länger als eine Stunde verweilt.}

und

{20.103. Sie flüstern einander zu: "Ihr habt nur zehn (Nächte) verweilt."}

und

{20.104. ..."Ihr habt nur einen Tag verweilt."}

und

{17.52. „...ihr hättet nur ein wenig verweilt."}

angehen, zweifelten aus diesem Grund die Häretiker (an den Quran).


Was nun Seine Aussage

{20.103. Sie flüstern einander zu: "Ihr habt nur zehn (Nächte) verweilt."}

angeht, werden dies die ungläubigen Menschen sagen, (kurz) nachdem sie aus ihren Gräbern auferstanden sind. Sie werden sehen, was sie in Bezug auf die Angelegenheiten der Auferstehung bestritten haben (A.d.Ü.: Das heißt: Sie werden sehen und erkennen, dass die Auferstehung nach dem Tod, welches sie zuvor zur Zeit des diesseitigen Lebens bestritten haben, wahr ist.) und werden zueinander sagen:
„Wie befanden uns in unseren Gräbern nicht mehr als zehn Nächte.“. Hiernach befinden sie die zehn (Nächte in den Gräbern) als zu viel und werden (zueinander) sagen

{20.104. ..."Ihr habt nur einen Tag verweilt."}.

Hiernach befinden sie den Tag (in den Gräbern) als zu viel und werden sagen
{17.52. ...“Ihr habt nur wenig verweilt.“}

Hiernach befinden sie das Wenige als zu viel und werden (zueinander) sagen:
„Ihr befanden euch (in den Gräbern) nicht länger als eine Stunde eines Tages.“

So ist dies die Erklärung dessen, woran die Häretiker zweifelten.

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