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Das Gehorchen des Propheten und seine Unfehlbarkeit

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Das Gehorchen des Propheten und seine Unfehlbarkeit

Beitragvon ibn ʿUmar » Do Sep 05, 2013 7:11 pm

Wer verpflichtet mich, das zu glauben, was der Prophet sagt?
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Re: Das Gehorchen des Propheten und seine Unfehlbarkeit

Beitragvon Moe » So Sep 08, 2013 11:27 pm

Salam.

Denke auch, dass im anderen Forum genug dazugesagt worden ist.
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Re: Das Gehorchen des Propheten und seine Unfehlbarkeit

Beitragvon ibn ʿUmar » Mo Sep 09, 2013 5:04 am

Moe hat geschrieben:Salam.

Denke auch, dass im anderen Forum genug dazugesagt worden ist.

wa 'alaykum as-Salaam

Es wurde mehr als genug gesagt - aber meine Frage nicht beantwortet. Mein letzter, meine Position klar darlegender Post wurde gelöscht und ich gesperrt. Ich schrieb:

Ismaa'eel2 hat geschrieben:Ich möchte meinen Standpunkt noch einmal klar darlegen. Ich finde es durchaus berechtigt davon auszugehen, dass Allāh den Propheten ﷺ in religiösen Belangen die Wahrheit - und nur die Wahrheit - hat sprechen lassen. Allāh spricht davon, ihm al-Ḥikma gelehrt zu haben (was offensichtlich etwas anderes ist als der Qurʾān, da der Junktor »und«, der in (al-kitāb wa al-ḥikma) [2:129, 2:151, 2:231,3:164, 4:113, 62:2] verwendet wird, zwei verschiedene Dinge miteinander verknüpft; interessant ist, dass Allāh von einer »Reinigung« spricht - ist damit eine intellektuelle ›Reinigung‹ gemeint?), und mir scheint es daher vernünftig davon auszugehen, dass die Vermittlungsrolle des Propheten ﷺ über den Qurʾān hinausreicht - insbesondere, was die ʿAqīda betrifft (das Ausschmücken der qurʾānischen Erzählungen von Jüngsten Tag mit Details usw.). Weshalb sollte er auch über solch große Themen ohne Offenbarung sprechen, nur auf Grundlage eines wackligen Qiyās oder dergleichen? Das anzunehmen wirft mehr Fragen auf, als es löst (da muss ich Tariq zustimmen). Obgleich man fairerweise einräumen muss, dass mit der Ḥikma, die er uns lehren sollte, auch einfach nur ein angemessenes Verhalten gemeint sein könnte - wie gesagt, alles Sache der Aus-legung.
00Was aber ist mit Fatāwā? Schließt die islamische Lehre aus, dass er sich hierin geirrt haben könnte? Meines Erachtens nicht. Hier sei angemerkt, dass ich mich in Zukunft auf die Plausibilität der Annahme stützen werde, dass des Propheten ﷺ Aussagen auch hier ihren Ursprung in einer Offenbarung haben, wenngleich es einen nicht gleich zum Kāfir macht, das nicht zu tun. Mit anderen Worten: Im Verhalten werde ich mich wohl nicht wirklich von den meisten Muslimen unterscheiden, nur wird bei mir die Ursache meines Handelns eine andere sein.
00Zu guter Letzt kommen die von der Religion und dem Gehorsam gegenüber Allāh unabhängige Behauptun-gen, wie die mit der Fliege (vorausgesetzt, dass diese Überlieferung authentisch ist). Hier scheint am wenigsten dafür zu sprechen, solche Dinge nur deswegen für wahr zu halten, weil der Prophet ﷺ gesagt hat, dass es so ist - er könnte es in seiner Kindheit, von einem ›Arzt‹ oder dergleichen gehört und für wahr gehalten und uns mitgeteilt bzw. damit auf Fragen geantwortet haben. Nichts deutet imho auf eine Offenbarung in dieser Angelegenheit hin.
00Alles in allem besteht meine Aussage darin, dass der Islām niemanden dazu zwingt, dem Propheten ﷺ in all seinen Aussagen zuzustimmen. Es muss eingeräumt werden, dass es dem einen oder anderen zwar vernünftig, wahrscheinlich, plausibel etc. erscheinen mag, davon auszugehen, dass Allāh einen Propheten ﷺ nichts Falsches erzählen lässt - wie könnte Er auch nur, argumentieren manche -, aber einen Beweis aus dem Qurʾān für ihre Meinung erbringen können sie nicht - es ist und bleibt eben eine berechtigte Meinungsverschiedenheit, welche Aussagen des Propheten ﷺ denn nun einer Offenbarung entspringen, mithin wahr sind, und welche nicht (entschuldigt ist man bei einem Fehschluss nur dann, wenn man offenen Herzens an die Sache rangeht). Viele werden das nicht akzeptieren und sich mit aller Kraft dagegen sträuben, doch was tut das der Wahrheit einen Abbruch? Descartes erkannte korrekt das psychologische ›Gesetz‹, nach welchem der Mensch einer Argumentation eher zustimmt, welche seine vorgefertigten Meinung (man könnte es ›Vorurteil‹ nennen) entspricht, als einer, die eine andere Schlussfolgerung zieht - mag erstere auch noch so ungültig sein. Evans führte 1989 einen Versuch zum logischen (deduktiven) Folgern durch. Gillian Butler und Freda McManus fassen zusammen (1998): »Psychologen, die deduktives Schließen untersuchen, haben einige typische Fehlerquellen bei Schlüssen entdeckt, wie zum Beispiel die Schwierigkeit, unangenehme Schlüsse – dass Rauchen Krebs verursacht – dennoch zu akzeptieren oder hochgeschätzte Meinungen – zum Beispiel dass alle Mütter gutherzig sind – aufzugeben. Es fällt uns be-sonders schwer, etwas zu denken, was nicht der Fall ist. [...] Fehler beim deduktiven Schließen geschehen oft dadurch, dass [...] unser Denken [...] dazu neigt, bestehende Überzeugungen zu bestätigen. Gleichzeitig scheut es davor zurück, Informationen zu akzeptieren, die diesem widersprechen.« [Gillian Butler / Freda McManus: Psychologie, S. 70 f] Gott sei Dank, dass wir so frei sind, unserem Verstand freien Lauf zu lassen. Wer sich vor dem Denken scheut, wie manch einer hier, der hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er etwas Falsches bestätigt und das Richtige leugnet. Das ist mein Fazit, und so möge man mich eines Besseren belehren, indem man mir aufzeigt, was ich Relevantes diesbezüglich übersehen habe.

wa Allāhu aʿlam.



Ich wünschte mir von ganzem Herzen, dass man mir sagt, wo ich der islamischen Lehre damit widerspreche...
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