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Enthüllung der Realität v. Ibn Taymiyyah und seinem Taschbih

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Re: Enthüllung der Realität v. Ibn Taymiyyah und seinem Tasc

Beitragvon Abu Sulayman » Do Nov 14, 2013 11:04 am

Al-Salamu 'alaykum,

ich denke man hat bereits mitbekommen, dass zu diesem Thread hier eine Diskussion auf "ahlu-sunnah.com" stattgefunden hat. Siehe hier:

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/54499-Bez%C3%BCglich-Enth%C3%BCllung-der-Realit%C3%A4t-v.-Ibn-Taymiyyah-und-seinem-Taschbih

Ich wurde übrigens wieder mal gesperrt und wie es aussieht diesmal dauerhaft und das weil die Beweislast gegen sie immer größer und größer wurde und sie unfähig waren irgendetwas zu widerlegen (weil es der Wahrheit entspricht und es somit nichts zu widerlegen gibt!), so dass eben dann als letzter Ausweg die Sperrung erfolgte!
Subhanallah, was ist das wenn nicht eine Kapitulationserklärung!?! Was haben sie gegen die Beweislast entgegen können? Nichts und wieder nichts!
Darum sollten ab jetzt die "Salafiyyah" in Deutschland ihre Zungen kürzen und ihre Stimmen senken, wenn sie über die Ahl al-Sunnah reden! So wurde ihnen ja eine kleine Kostprobe der Stärke der Beweise der Ahl al-Sunnah gegen sie gegeben und gleichzeitig die Schwäche ihres erfundenen Weges aufgezeigt.

In der Diskussion wurden nicht nur einige Sachen in Bezug auf den Taschbih, der richtige Weg bezüglich den göttlichen Eigenschaften und der Madhab der Salaf al-salih in diesem Bezug noch näher erklärt, sondern es wurde ihnen zu dem noch gezeigt wie die "Salafiyyah" die Realität verzerren und verfälschen und wie wertlos ihre Sekte und ihre Geschichte ist.

Auch wurde zu dem das Thema dessen, was 'Ibadah (Anbetung/Gottesdient) ist und die Unterscheidung des Tawhid (Monotheismus) und Schirk (Polytheismus/Beigesellung) genannt und anhand etlicher Ayat aus dem Qur`an al-karim, Aussagen der Mufassirun und dem gesundenen Menschenverstand (den man bei der "Salafiyyah" nicht verwenden darf!) die Basis, auf der die Wahhabiyyah all ihre falschen Definitionen in Bezug auf 'Ibadah und dem was wirklicher Polytheismus ist aufgebaut haben (nämlich ihre Behauptung die Polytheisten hätten die Rububiyyah Allah gänzlich und ohne Partner akzeptiert), zu 100 % widerlegt (siehe hier: http://www.ahlu-sunnah.com/threads/54499-Bez%C3%BCglich-Enth%C3%BCllung-der-Realit%C3%A4t-v.-Ibn-Taymiyyah-und-seinem-Taschbih?p=517991&viewfull=1#post517991).

Marcel Hamza hat geschrieben:Salam Aleykum,
woher kommt dein plötzlicher Sinneswandel??

Noch vor über einem Jahr hast du ganz andere Beiträge verfasst!!!

Wie schön das du bereits im unten aufgeführten Link deinen jetzigen Beitrag teilweise widerlegt hast!


Ich hatte ja sowohl im ersten Kommentar in diesem Thread hier den Grund kurz genannt wieso ich meine Position bezüglich Ibn Taymiyyah geändert habe und bei der Diskussion habe ich dies ja dann auch mehrmals weiter ausgeführt, weil dies dort auch mir als "Argument" gegen mich gebracht wurde. Auch habe ich erklärt, dass ich noch nie wirklich auf der 'Aqidah der "Salafiyyah" gewesen bin und mir erst später ihrer Realität bewusst wurde.

Was den Link angeht, so wird dort rein gar nichts von dem was hier geschrieben wurde widerlegt, sondern es wird blind von irgendwelchen englischsprachigen "Salafi"-Seiten Sachen kopiert und nichts weiter!

Ich bitte dich in Zukunft Kommentare wirklich zu lesen und dann zu kommentieren, da ich mir ziemlich sicher bin, dass du die Kommentare nicht ganz gelesen hattest als du das obige geschrieben hast.

Marcel Hamza hat geschrieben:Salam aleykum,
hier eine kurze Antwort eines Bruders!


Es wurde ja bereits im ersten Kommentar der Diskussion auf "ahlu-sunnah.com" gezeigt, dass diese "Antwort" (oder besser gesagt: unverschämte Reinfall!) von einer Person verfasst wurde, die überhaupt nicht weiss wovon sie spricht und einfach nur einen persönlich angreifen will. Er hat ja hiernach keine weiteren Antworten mehr gegeben.

Moe hat geschrieben:assalamu

Sag mal, Abu Sulayman, eine Frage bitte: Wenn man nun Ibn Taymiyyah und jene, welche ihn primär rezipieren und zitieren zumindest in den Angelegenheiten der Namen & Attributen ignorieren sollte, welche Gelehrte schlägst Du als Wissensquelle vor, auch im Hinblick dessen, dass die meisten Muslime in Deutschland aufgrund sprachlicher Beschränkung nur Zugriff auf deutschsprachiges Material haben? Wäre nett, wenn Du etwas dazu sagen könntest bitte.

السلام عليكم ورحمة الله وبركاته


Hoffe es geht dir gut, geehrter Bruder.

Bezüglich deiner Frage:
So jemand wie der Schaykh Sa'id Fawdah ist bezüglich dem Glauben der göttlichen Eigenschaften wirklich empfehlenswert, da er darin ziemlich wissend ist, sehr sachlich ist in seiner Art und Weise und zu dem sehr gut den Madhab der Widersacher kennt (besser als die meisten von ihnen selbst!).
Wenn jemand Arabisch versteht, empfehle ich zu dem noch das "aslein.net"-Forum, wo man zum Teil wirklich exzellentes Material findet.
Für diejenige, die Englisch können, empfehle ich die Pdf-Dateien im 'Aqidah-Bereich der "marifah.net"-Seite:
http://marifah.net/articles/aqidah-categories-47
(Man findet unter den Pdf-Dateien eine Menge Übersetzungen der Worte von klassischen Gelehrten in diesem Bezug.)
Auf "ahlu-sunnah.de" findet man einige der obigen Pdfs (leider nicht alle), die ins Deutsche übersetzt wurden:
http://ahlu-sunnah.de/artikel/aqida-glaubenslehre und http://ahlu-sunnah.de/artikel/sekten

Und generell empfehle einem wirklich die klassischen Gelehrten dieser Ummah - der Salaf von ihnen und der Khalaf - und das bezüglich jeglichen Angelegenheiten der Religion, da Allah subhanahu wa ta'ala sie mit einem exzellenten Verständnis der Religion gesegnet hat und sie die wahren Erben der Propheten sind.
Desweiteren sollte man sich vor jeden, der da meint, dass man mehr als 1000 Jahre lang die Religion nicht verstanden hatte - seien es die "Salafiyyah", Modernisten oder sonst eine Gruppierung, die dies [explizit oder implizit] behaupten - in Acht nehmen.

Uthman ibn Affan hat geschrieben:salamualaikum wr wb

Abu Sulayman du sagtest:
Und noch was: Man könnte viele Gelehrte nennen, die in etwa zur Zeit vom Imam al-Tabarani gelebt haben und auch Begriffe für Allah ta'ala abgelehnt haben, die Ibn Taymiyyah nicht ablehnt.

könntest du die gelehrten mal zitieren wenn es dir nix ausmacht ?

barakAllahu feek


Bruder, einige Aussagen wurden bereits im Artikel genannt wie z.B. der von Imam al-Tahawi (gest. 321 nach der Hijrah) und auch die von Imam al-Khattabi (gest. 388 nach der Hijrah) (der übrigens noch viel mehr derartiger Aussagen hat).
Auch habe ich einige Aussagen in der Diskussion im anderen Forum in einem Post zitiert (siehe hier: http://www.ahlu-sunnah.com/threads/54499-Bez%C3%BCglich-Enth%C3%BCllung-der-Realit%C3%A4t-v.-Ibn-Taymiyyah-und-seinem-Taschbih?p=518264&viewfull=1#post518264) vom Imam al-Tabari (gest. 310 nach der Hijrah) und einige seiner Aussagen bloß erwähnt ohne es auf Arabisch zu zitieren. Auch wurde der Imam Ibn Hibban (gest. 354 nach der Hijrah) zitiert dort.
Man könnte noch mehr zitieren, allerdings würde das jetzt mir zu viel Zeit kosten. Jedenfalls kann man festhalten, dass mit dem Erstarken der Muschabbihah die Gelehrten angefangen haben so einge Begriffe in Bezug auf Allah ta'ala zu negieren und dies weil ab da die Notwendigkeit dazu bestand, was vorher nicht gegeben war.

ibn ʿUmar hat geschrieben:
Abu Sulayman hat geschrieben:Bei ihm besteht also eine "gewisse Ähnlichkeit" zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer!! Ist dies der Glaube der Muslime, oh ihr, die ihr von euch die "Salafiyyah" behauptet?!!? La hawla wa la quwwata illa billah!
Mit dieser 'Aqidah kann man doch gleich zum Christentum konvertieren!

Ist Allaah frei in Seiner Entscheidung? Sind wir frei in unserer Entscheidung? Na also, besteht doch eine Ähnlichkeit. Oder habe ich dich falsch verstanden?


Dein Beispiel ist problematisch aus mehreren Gründen:

- Allah ta'ala hat einen unabhängigen Willen, während unser Wille abhängig ist und wir können nicht wollen außer, wenn Er subhanahu will. Der Beweis hierfür:


{ إِنَّ هَـٰذِهِ تَذْكِرَةٌ فَمَن شَآءَ ٱتَّخَذَ إِلَىٰ رَبِّهِ سَبِيلاً }
{ وَمَا تَشَآءُونَ إِلاَّ أَن يَشَآءَ ٱللَّهُ إِنَّ ٱللَّهَ كَانَ عَلِيماً حَكِيماً }
{ يُدْخِلُ مَن يَشَآءُ فِي رَحْمَتِهِ وَٱلظَّالِمِينَ أَعَدَّ لَهُمْ عَذَاباً أَلِيماً }

{ Gewiß, dies ist eine Erinnerung; wer nun will, nimmt (so diesen) einen Weg zu seinem Herrn. }
{ Und ihr könnt nicht(s) wollen, außer daß Allah (es) will. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allweise. }
{ Er läßt, wen Er will, in Seine Barmherzigkeit eingehen. Und die Ungerechten, für sie hat Er schmerzhafte Strafe bereitet. }

[76:29-31]

{ إِنْ هُوَ إِلاَّ ذِكْرٌ لِّلْعَالَمِينَ }
{ لِمَن شَآءَ مِنكُمْ أَن يَسْتَقِيمَ }
{ وَمَا تَشَآءُونَ إِلاَّ أَن يَشَآءَ ٱللَّهُ رَبُّ ٱلْعَالَمِينَ }

{ Es ist nur eine Ermahnung für die Weltenbewohner, }
{ für jemanden von euch, der sich recht verhalten will. }
{ Und ihr könnt nicht wollen, außer daß Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner. }

[81:27-29]

Allah subhanahu wa ta'ala hat es uns allerdings ermöglicht, dass wir zwischen verschiedenen Wegen entscheiden können und nicht etwa zu unseren Taten gezwungen sind und basierend darauf für welchen Weg wir uns entscheiden, werden wir am Tage der Gerichtes zur Rechenschaft gezogen für das, was wir in diesem Leben zu tun pflegten.

- Der Wille Allahs ist ewig, während wir erst einen Willen fassen müssen, nach dem er nicht vorhanden war.
Wenn jemand sagen sollte "aber im Qur`an al-karim heisst es doch:

{ إِنَّمَآ أَمْرُهُ إِذَآ أَرَادَ شَيْئاً أَن يَقُولَ لَهُ كُن فَيَكُونُ }

{ Sein Befehl, wenn Er etwas will, ist, dazu nur zu sagen: ‚Sei!‘, und so ist es. }

[36:82]"

So sei gesagt: Richtig, allerdings sagt Allah ta'ala auch:

{ وَمَآ أَصَابَكُمْ يَوْمَ ٱلْتَقَى ٱلْجَمْعَانِ فَبِإِذْنِ ٱللَّهِ وَلِيَعْلَمَ ٱلْمُؤْمِنِينَ }
{ وَلِيَعْلَمَ ٱلَّذِينَ نَافَقُواْ وَقِيلَ لَهُمْ تَعَالَوْاْ قَاتِلُواْ فِي سَبِيلِ ٱللَّهِ أَوِ ٱدْفَعُواْ قَالُواْ لَوْ نَعْلَمُ قِتَالاً لاَّتَّبَعْنَاكُمْ هُمْ لِلْكُفْرِ يَوْمَئِذٍ أَقْرَبُ مِنْهُمْ لِلإِيمَانِ يَقُولُونَ بِأَفْوَاهِهِم مَّا لَيْسَ فِي قُلُوبِهِمْ وَٱللَّهُ أَعْلَمُ بِمَا يَكْتُمُونَ }

{ Und was euch an dem Tag traf, da die beiden Heere aufeinandertrafen, so (geschah) das mit Allahs Erlaubnis, – damit Er die Gläubigen kennt }
{ und damit Er diejenigen kennt, die heucheln, zu denen gesagt wurde: „Kommt her und kämpft auf Allahs Weg oder wehrt ab“, worauf sie sagten: „Wenn wir zu kämpfen wüßten, würden wir euch wahrlich folgen.“ Sie waren an jenem Tag dem Unglauben näher als dem Glauben. Sie sagen mit ihren Mündern, was nicht in ihren Herzen ist. Doch Allah weiß sehr wohl, was sie verbergen. }

[3:166-167]

Und kennt Allah ta'ala nicht etwa die Gläubigen von den Heuchlern bereits?! Doch gewiss!
Und genauso wie wir aus diesen Ayat nicht entnehmen, dass Allah etwas nicht wüsste und dann erst später herausgefunden hat, entnehmen wir aus der davorigen Ayah nicht, dass Allah ta'ala erst einen Willen fassen müsste, nach dem dieser Wille nicht vorhanden war.
Allah ta'ala ist ja der Erschaffer der Zeit und existiert unabhängig von ihr und darum sollte man nicht meinen, dass Er subhanahu sie durchlebt wie es so einige der Muschabbihah meinen.

(Aus diesem Grund ist es wichtig sich für das richtige Verständnis der Ayat an die Ahl al-'Ilm zu wenden, da sie derartiges leicht sehen und sich nicht an Leute zu wenden, die von sich zwar den Wissen behaupten, aber laienhaft und zum Teil sogar minderbemittelt sind in ihrem Denken (und ja hiermit sind die Wahhabiyah/"Salafiyyah" gemeint.)

Wie wir also sehen ist die Realität der Eigenschaften Allahs gänzlich anders als unsere.

Fi Amanillah.
Abu Sulayman
 
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Re: Enthüllung der Realität v. Ibn Taymiyyah und seinem Tasc

Beitragvon ibn ʿUmar » Fr Nov 15, 2013 11:10 pm

wa 'alaykum as-Salaam

Abu Sulayman hat geschrieben:Dein Beispiel ist problematisch aus mehreren Gründen:

- Allah ta'ala hat einen unabhängigen Willen, während unser Wille abhängig ist und wir können nicht wollen außer, wenn Er subhanahu will.

Die Frage ist: Haben wir einen freien Willen, und hat Er einen freien Willen? Beides ist doch der Fall (sonst könnten wir keine Verantwortung für unser Handeln tragen, Gott hätte es ja verursacht), was bedeutet, dass Gott und wir ein und dieselbe Eigenschaft teilen, oder nicht? Ob wir ihn später bekommen haben oder nicht, wir haben letztendlich ein und dieselbe Eigenschaft? Ob nun die Wirkung dieses Willens, die Tat, nur mit Seiner Erlaubnis eintreten kann, ist erstmal nebensächlich; wichtig ist, dass wir irgendeinen absolut freien Punkt brauchen, in dem wir unsere Absicht fassen können.


Abu Sulayman hat geschrieben:{ Er läßt, wen Er will, in Seine Barmherzigkeit eingehen. Und die Ungerechten, für sie hat Er schmerzhafte Strafe bereitet. }

Wäre nett, wenn du mir diese Aya erklären könntest. Wie ist sie gemeint, und wo bleibt die Gerechtigkeit?


Abu Sulayman hat geschrieben:Und kennt Allah ta'ala nicht etwa die Gläubigen von den Heuchlern bereits?! Doch gewiss!
Und genauso wie wir aus diesen Ayat nicht entnehmen, dass Allah etwas nicht wüsste und dann erst später herausgefunden hat, entnehmen wir aus der davorigen Ayah nicht, dass Allah ta'ala erst einen Willen fassen müsste, nach dem dieser Wille nicht vorhanden war.

Das Gegenteil können wir genauso wenig entnehmen, Herzallerliebster ;-)


Abu Sulayman hat geschrieben:Allah ta'ala ist ja der Erschaffer der Zeit und existiert unabhängig von ihr und darum sollte man nicht meinen, dass Er subhanahu sie durchlebt wie es so einige der Muschabbihah meinen.

Ich hab eine etwas komplexere Frage, die brauchst du nicht zu beantworten (man muss ja nicht alles wissen, der Mensch erst recht nicht): Wie wirkt Gott in der Zeit? Ich meine, die Zeit läuft für uns ja - wie kann ein außerhalb von der Zeit existierendes Wesen "mit der Zeit gehen" quasi? Aber was hier viel relevanter ist: Allaah gab uns von Seinem "Geist" (Ruuh) - wo ist denn das Problem zu akzeptieren, dass wir Dinge mit Ihm teilen?


Abu Sulayman hat geschrieben:Wie wir also sehen ist die Realität der Eigenschaften Allahs gänzlich anders als unsere.

Eine letzte Frage noch hierzu: Was meinst du mit "gänzlich"? Ist das rhetorische Emphase? :-)
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Re: Enthüllung der Realität v. Ibn Taymiyyah und seinem Tasc

Beitragvon Abu Sulayman » Mo Nov 25, 2013 2:09 pm

Salam.

ibn ʿUmar hat geschrieben:Die Frage ist: Haben wir einen freien Willen, und hat Er einen freien Willen? Beides ist doch der Fall (sonst könnten wir keine Verantwortung für unser Handeln tragen, Gott hätte es ja verursacht), was bedeutet, dass Gott und wir ein und dieselbe Eigenschaft teilen, oder nicht? Ob wir ihn später bekommen haben oder nicht, wir haben letztendlich ein und dieselbe Eigenschaft? Ob nun die Wirkung dieses Willens, die Tat, nur mit Seiner Erlaubnis eintreten kann, ist erstmal nebensächlich; wichtig ist, dass wir irgendeinen absolut freien Punkt brauchen, in dem wir unsere Absicht fassen können.


Ich verstehe nicht Recht wieso du vom eigentlichen Thema weglenkst? Ich wüsste nicht, dass es hier in diesem Thread um "Freier Wille vs. Determinismus" geht? Und wenn du meinst, dass ich dir darin zustimmen werde, dass unser Wille wie der von Allah subhanahu wa ta'ala ist, so irrst du dich.

Auch sollte denke ich mal bekannt sein, dass diese Angelegenheit eine sehr alte Angelegenheit ist über die die Menschenheit zig Meinungen besitzt. Selbst unter den Leuten der Qiblah (die im Normalfall Muslime sind) gibt es hierzu mehrere Positionen.
Dieses Thema wird übrigens auch ausführlich in den Büchern der Mutakallimun der Ahl al-Sunnah behandelt, wenn es denn einen interessiert.

Was nun spezifisch die Angelegenheit der Taten des Dieners (Af'al al-'Ibad) angeht, so ist man verpflichet folgende zwei Angelegenheiten zu bestätigen:


- dass der Diener und seine Taten erschaffen sind durch Allah subhanahu wa ta'ala ohne jegliche Partner und dass es unmöglich ist, dass irgendein Geschöpf seine Taten selbst in die Existenz bringen könnte

- dass der Diener nicht gezwungen wird zu seinen Taten, sondern er einen Willen besitzt und wählen kann und für seine Wahl verantwortlich gemacht wird am Tage der Gerichtes


Diese zwei Punkte stehen per Qur`an al-karim fest und es ist verpflichtend sie zu bestätigen und es ist nicht notwendig weiter in die Details zu gehen, denn hiermit hat man in dieser Angelegenheit bereits das erfüllt, was von einem erwartet wird.

Allerdings wurde es für die Leute des Wissens notwendig tiefer in die Details zu gehen und zwar weil unter den Muslimen falsche Aussagen in diesem Bezug aufgetaucht sind:

- So haben wir auf der einen Seite die reinen Deterministen (Jabriyyah) wie z.B. Jahm bin Safwan (gest. 128 nach der Hijrah), der da glaubte, dass der Mensch wie ein Blatt im Wind ist, sprich willenlos. Diese Schule bestätigt zwar, dass die Taten allesamt durch Allah ta'ala erschaffen werden, aber tut so als ob der Mensch wie ein willenloses Objekt wäre. Und wenn denn dem so wäre, so kann man hierauf basierend keine Verantwortung für die Taten bilden. Desweiteren widerspricht dies einer Tatsache, die per Notwendigkeit feststeht und diese ist, dass ein klarer Unterschied zwischen unseren unfreiwilligen Taten (wie z.B. dem Zittern) und den freiwilligen Taten (wie z.B. das Aufstehen) besteht. Auch könnte dann ein jeder jegliches Unrecht tun und einfach als Ausrede sagen, dass er ja dafür nicht Schuld wäre, da er angeblich gezwungen (majbur) ist zu seinen Taten.
- Auf der anderen Seite haben wir die Qadariyyah, die da meinen dass der Diener [von Allah ta'ala] die Fähigkeit bekommen hätte seine Taten selbst in die Existenz zu bringen - sprich zu erschaffen! - und dies weil sie meinten, dass ansonsten die Aussage der Jabriyyah unausweichlich werden würde.
Die Mu'tazilah sind bekannt für diese Position (also: die der Qadariyyah) und ihr Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Bewahrung der Gerechtigkeit ('Adl) Allahs.
Was nun problemtisch ist mit dieser Sichtweise ist, dass hierdurch Erschaffer neben Allah ta'ala bestätigt werden und das obwohl wir wissen, dass Allah subhanahu wa ta'ala der alleinige Erschaffer von allem ist. Und unter "allem" fällt natürlich auch die Handlung der Diener, denn schliesslich gehört die Handlung [der Diener] zu den Mumkinat (sprich: Sachen, die möglich sind [in ihrer Existenz]) und alles was möglich ist fällt ohne wenn und aber unter die Macht (Qudrah) Allahs und nichts kann in die Existenz treten - und darunter auch die Handlungen der Diener - außer, dass Er es erschafft und zwar ohne jegliche Partner darin!
(Hinweis: Die extremeren unter der Qadariyyah haben noch dazu geglaubt, dass Allah ta'ala erst etwas weiss, nachdem es eintritt (sprich: dass Allah nicht in der Ewigkeit Allwissend sei!!!), allerdings kann man diese Leute aufgrund dieses Glaubens (oder besser gesagt: Unglaubens!) nicht mehr zu den Muslimen zählen.)

Was nun die Ascha'irah angeht, so haben sie die Mitte dieser beider Positionen genommen und hiermit die zwei Hauptpunkte, die am Anfang erwähnt wurden, beide bestätigt.
So sagten sie, dass Allah ta'ala derjenige ist, der die Taten der Diener in die Existenz bringt - sprich erschafft - und der Diener sie erwirbt und dies ist als Kasb (Erwerb) bekannt (und dieser Begriff stammt aus dem Qur`an al-karim und wird in ihm oft erwähnt).

Allah subhanahu wa ta'ala sagt:

{ لاَ يُكَلِّفُ ٱللَّهُ نَفْساً إِلاَّ وُسْعَهَا لَهَا مَا كَسَبَتْ وَعَلَيْهَا مَا ٱكْتَسَبَتْ رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَا إِن نَّسِينَآ أَوْ أَخْطَأْنَا رَبَّنَا وَلاَ تَحْمِلْ عَلَيْنَآ إِصْراً كَمَا حَمَلْتَهُ عَلَى ٱلَّذِينَ مِن قَبْلِنَا رَبَّنَا وَلاَ تُحَمِّلْنَا مَا لاَ طَاقَةَ لَنَا بِهِ وَٱعْفُ عَنَّا وَٱغْفِرْ لَنَا وَٱرْحَمْنَآ أَنتَ مَوْلَٰـنَا فَٱنْصُرْنَا عَلَى ٱلْقَوْمِ ٱلْكَافِرِينَ }

{ Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat. „Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir (etwas) vergessen oder einen Fehler begehen. Unser Herr, lege uns keine Bürde auf, wie Du sie denjenigen vor uns auferlegt hast. Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr. So verhilf uns zum Sieg über das ungläubige Volk!“ }

[2:286]

Die blau markierte Stelle kann man folgendermaßen transkribieren:
"Laha ma kasabat wa 'alayha ma iktasabat".

Der Imam al-Tahawi (gest. 321 nach der Hijrah) sagte in seinem bekannten 'Aqidah-Werk:

وأفعال العباد خلق الله ، وكسب من العباد

Die Taten/Handlungen der Diener (Af'al al-'Ibad) sind die Erschaffung (Khalq) Allahs und der Erwerb (Kasb) [erfolgt] durch den Diener.


Quelle: "al-'Aqidah al-Tahawiyyah": http://ar.wikisource.org/wiki/%D9%85%D8 ... 8.A7.D8.AF

Was nun die Definition von diesem Kasb angeht, so kann mann sagen, dass es das Bindeglied zwischen der erschaffenen Kraft (al-Qudrah al-hadithah) [im Menschen] und der Handlung/Tat ist und das ohne dass der Mensch mit seiner erschaffenen Kraft die Handlung reell bewirken kann - sprich ohne dass der Diener die Handlung selbst in die Existenz bringen kann.
Oder man sagt, dass es das Beabsichtigen (Qasd) einer Tat ist oder die Neigung/Wollen (Mayl) zu einer Tat.
Man beachte hierbei, dass die Handlung nicht reell durch das Wollen des Dieners bewirkt wird, sondern beim Wollen des Dieners es in ihm von Allah ta'ala erschaffen wird. Wenn man z.B. also seine Hand heben will, so erschafft Allah ta'ala in einem diese Bewegung, so dass also die Erschaffer der Tat Allah ta'ala ist, aber derjenige, der ihn erwirbt, ist der Diener.

So sagen aber nun einige der Widersacher: "Der Wille (Iradah) und die Kraft (Qudrah) des Menschens sind per Übereinstimmung zwischen uns und euch erschaffen. Aber ihr sagt ja noch dazu, dass der Mensch nun hiermit seine Handlung nicht in die Existenz bringen könne. Was ist denn dann dem Diener geblieben? Ist nicht das genau die 'Aqidah des Jabr?!?"

Die Antwort: Zunächst erst einmal ist die sprachliche Bedeutung von Jabr (Zwang) die, dass man etwas gegen seinen Willen macht, wenn man aber etwas macht, was dem eigenen Willen entspricht, so ist dies kein Zwang.
So dann muss man sich zwei Sachen klar machen:

- Wir haben einen Willen bekommen und können wählen und darum kann man uns nicht mit einem willenlosen Objekt wie einem Blatt im Wind oder einem Roboter vergleichen. Insbesondere diese Vorstellung, dass wir dann wie Roboter wären zeigt eins nämlich, dass man von dem, was man wahrnimmt (Schahid), auf das, was man nicht wahrnimmt (Gha`ib) (also: von der Schöpfung auf den Schöper!), einen Analogieschluss (Qiyas) zieht und dies sollte man nie und nimmer machen! Allahs Erschaffen ist doch nicht so wie wenn ein Mensch einen Roboter baut! Hat denn der Roboter einen Willen? Kann er sich selbst wahrnehmen und über sich nachdenken? Kann er über den Sinn des Lebens nachdenken? Natürlich nicht.
Können wir aber diese genannten Dinge? Ja!
- Allah subhanahu wa ta'ala ist nicht in der Zeit und Er subhanahu durchlebt sie nicht. Sein Wissen betrifft sowohl die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und für Ihn ist der lineare Zeitstrahl, den wir kennen, im Grunde genommen ein Punkt. Sprich: Allah ta'ala ist Allwissend und darum weiß er in der Ewigkeit was die Person XY wollen wird und was nicht und erschafft dementsprechend in ihm die jeweiligen Taten und lässt sie zu den jeweiligen Zeitpunkten auftreten, wenn diese Person den Willen fasst die jeweilige Handlung zu tun. Wenn einem bloß dieser Punkt klar wird, sollte man verstehen wieso man gewiss nicht von Jabr (Zwang) sprechen kann, denn schliesslich hat Allah ta'ala in einem lediglich diejenigen Handlungen erschaffen, von denen er mit seinem ewigen Wissen weiss, dass man es wollen wird.

Wer nun sagen sollte: "Wer sind denn eure Widersacher in dieser Angelegenheit? Die Mu'tazilah sind bereits klar, aber diese gibt es ja eigentlich nicht mehr als eigene Gruppierung."
So sei gesagt: Die Rafidhah/Schi'ah, denn sie halten uns [zu Unrecht] für "Jabriyyah". Sie meinen, dass Allah ta'ala dem Menschen die Fähigkeit gegeben hätte seine Taten reell zu bewirken, sprich in die Existenz zu bringen.
Weiterhin gehören zu den Widersachern in dieser Sache die sogenannte "Salafiyyah" und das einfach weil sie - wie wir es ja von ihnen gewohnt sind - blind ihrem "Schaykh al-Islam" Ibn Taymiyyah (gest. 728 nach der Hijrah) folgen. Auch sie beschuldigen uns des Jabr und das aus einem drei Gründe:
- Entweder weil sie unsere Position nicht verstanden haben
- Oder wie die Mu'tazilah auch meinen, dass der Mensch die Fähigkeit von Allah ta'ala bekommen hätte seine Taten reell zu bewirken
- Oder beide obigen Punkte zusammen

Und es ist übrigens nicht sonderlich verwunderlich, dass Ibn Taymiyyah uns darin widerspricht, wenn man bedenkt, dass er generell mit dem Okkassionalismus, der ja der Standpunkt der Ascha'irah ist, ein Problem hatte.
Im okkasionalistischen Denken gibt es keine reelle Kausalität, sprich kein Geschöpf kann irgendetwas reell bewirken, sondern das was uns als kausal erscheint ist in Wahrheit lediglich eine Korrelation!

Die folgende Aussage, die von mir im anderen Forum in einem anderen Kontext getätigt wurde, ist zum Beispiel durch und durch eine okkasionalistische Aussage:

Abu Sulayman hat geschrieben:Auch sagen wir: Weder ist es das Wasser, das den Durst stillt, noch das Medikament, das einen heilt, noch das Feuer, das einen verbrennt. Vielmehr hat Allah ta'ala diese Paare zusammen erschaffen und lässt sie im Normalfall gleichzeitig auftreten, aber genau so gut kann er das eine auftreten lassen ohne den anderen. Desweiteren hat absolut niemand einen wirklichen Einfluss/Auswirkung (Ta`thir) auf die Schöpfung außer Allah subhanahu wa ta'ala!


Und diese Denkweise kann man rational begründen, denn es ist nicht möglich, dass etwas, was möglich ist in seiner Existenz, reell durch etwas anderes, was auch lediglich möglich ist in seiner Existenz, bewirkt wird (sondern es muss reell durch denjenigen bewirkt werden, dessen Existenz notwendig ist - also Allah, der Herr der Welten, Gepriesen sei Er - und man kann sich den folgenden Artikel durchlesen um dies besser zu verstehen: http://www.deoband.org/2010/03/aqida/allah-and-his-attributes/clearest-rational-argument-for-the-existence-of-a-creator/) und zum anderen ist die Aussage "La Hawla wa la Quwwata illa billah" ("Es gibt keine Macht und keine Kraft außer durch Allah") ein klarer Beweis aus dem Schar' für unsere Position.

Um zurückzukommen:
Ich erwähne an dieser Stelle, dass es speziell, wenn es um die Angelegenheit der Handlungen der Diener geht, es lediglich notwendig ist, die am Anfang erwähnten zwei Hauptpunkte zu bestätigen und weiter ins Detail zu gehen ist hierbei nicht notwendig (die Gelehrten sind lediglich weiter ins Detail gegangen um die falschen Aussagen der Widersacher zu widerlegen, die einem der zwei Hauptpunkte widersprochen haben).
Auch ist dies eine Angelegenheit von den Angelegenheiten des Qadar (göttliche Vorbestimmung) und es ist ja denke ich mal kein Geheimnis, dass der verfluchte Schaytan speziell mit dem Thema des Qadar einen verwirren kann und für Zweifel sorgen kann. Auch ist es ja denke ich mal nicht unbekannt, dass es so einige Atheisten gibt, die ihren Unglauben speziell mit dem Thema des Qadar begründen, so dass man klug sein sollte und sich nicht auf das Spiel einlassen sollte, dass der Schaytan mit einem spielen will, denn sonst kann man im Unglauben enden und seine Akhirah verlieren, möge Allah ta'ala uns davor beschützen.
So sollte man seine Zeit nicht darin verlieren, das nachzuforschen, was unseren Denkvermögen übersteigt, und dies ist der Geheimnis des Qadar.

Vielmehr sollte man insbesondere da die rationalen Beweise für die Richtigkeit des Islams vorliegen sein Augenmerk darauf legen seine Verpflichtungen gegenüber seinem Herrn zu erfüllen und Ihn subhanahu um Tawfiq darin, um Rechtleitung und Standfestigkeit und das Sterben auf dem Weg des besten aller Geschöpfe - 'alayhi salatu wa salam - bitten und man sollte sich auf den Tag des Gerichtes vorbereiten, { an dem Tag, da weder Besitz noch Söhne (jemandem) nützen, } { außer, wer zu Allah mit heilem Herzen kommt.“ } [26:88-89].

ibn ʿUmar hat geschrieben:Das Gegenteil können wir genauso wenig entnehmen, Herzallerliebster ;-)


Worauf willst du hinaus? Es ist eine absolute Tatsache, dass die Eigenschaften Allahs ewig sind.

ibn ʿUmar hat geschrieben:Ich hab eine etwas komplexere Frage, die brauchst du nicht zu beantworten (man muss ja nicht alles wissen, der Mensch erst recht nicht): Wie wirkt Gott in der Zeit? Ich meine, die Zeit läuft für uns ja - wie kann ein außerhalb von der Zeit existierendes Wesen "mit der Zeit gehen" quasi?


Auch dies wird in den Büchern des Kalam behandelt, so dass man sich dort schlau machen kann.
Du kannst dir auch gerne das folgende durchlesen: http://sunnianswers.wordpress.com/2010/07/23/takwiin-effective-pertainment-and-ai-iijiyy-on-allaah-not-being-in-time/

Was ich hier festhalten will ist, dass man nicht meinen sollte, dass die Existenz Allahs subhanahu wa ta'ala Momente/Phasen durchläuft, denn wenn dem so wäre, müsste eine ständige Erneuerung seiner Existenz stattfinden und etwas, dessen Existenz sich jeden Moment erneuert (wie es bei uns der Fall ist!) kann nie und nimmer notwendig in seiner Existenz sein.

Und wenn denn die Zeit ewig mit Allah wäre, dann würde noch dazu folgen, dass unendliche viele Momente vergangen sein müssten bis wir in die Existenz gekommen sind und dies ist unmöglich, da "unendlich viele Momente" nicht enden würden (Stichwort: die Unmöglichkeit eines infinten Regresses!).
Wer dies begriffen hat, dem sollte es klar sein, dass Allah ta'ala nicht innerhalb der Zeit sein kann und keine Veränderungen in seinem Wesen durchläuft. Vielmehr ist seine Existenz notwendig ohne Anfang oder Ende, der Erste (al-Awwal) vor dem niemand ist und der Letzte (al-Akhir) nach dem niemand ist. Genau so sind alle seine Eigenschaften ewig.
Und dies ist die 'Aqidah der Ahl al-Sunnah.

ibn ʿUmar hat geschrieben:Allaah gab uns von Seinem "Geist" (Ruuh) - wo ist denn das Problem zu akzeptieren, dass wir Dinge mit Ihm teilen?


A'udhubillah! Worauf willst du denn mit dieser Aussage hinaus?

Der "Ruh" (Geist/Seele) ist eine derart besondere und heilige Sache, so dass Allah ta'ala von { Meinem Geist } gesprochen hat und die Aussage Allahs { Wenn Ich es zurechtgeformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe } [38:72] weist auf den Taschrif (Ehrung) von Adam - 'alayhi salam - durch Allah ta'ala hin und nicht etwa, dass Adam - 'alayhi salam - irgendetwas Göttliches in sich eingehaucht bekommen hätte!
Und man kann sich gerne anschauen, was die verschiedenen Qur`an-Kommentatoren (Mafassirun) zu dieser Ayah gesagt haben. So hat kein einziger von ihnen gemeint, dass Allah ta'ala hierbei "ein Teil von sich" in Adam - 'alayhi salam - eingehaucht hätte (da dies ziemlich klarer Unglaube wäre!). (Hinweis: Man kann bezüglich Allah ta'ala übrigens überhaupt nicht von einem "Teil" (Ba'dh/Juz`) sprechen!)

Vielmehr sagte der Imam al-Razi (gest. 606 nach der Hijrah) in der Interpretation der Ayah unter anderem das folgende:

أما النفس فإليها الإشارة بقوله: { وَنَفَخْتُ فِيهِ مِن رُّوحِى } ولما أضاف الروح إلى نفسه دل على أنه جوهر شريف علوي قدسي، وذهبت الحلولية إلى أن كلمة (من) تدل على التبعيض، وهذا يوهم أن الروح جزء من أجزاء الله تعالى، وهذا غاية الفساد، لأن كل ما له جزء وكل، فهو مركب وممكن الوجود لذاته ومحدث

Was aber die Seele (Nafs) angeht, so wird auf ihr mit seiner Aussage gedeutet: { und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe } und als Er den Geist/Seele (Ruh) sich selbst hinzufügt hat, so weist dies darauf hin, dass [der Geist] ein ehrwüdige, himmlische und heilige Essenz ist. Die Hululiyyah (diejenigen die glauben, dass Allah in seiner Schöpfung ist) sind [zur Position] gegangen, dass das Wort "von" (min) auf die Teilung (Tab'idh) hinweist und dies täuscht einem vor, dass der Geist (Ruh) ein Teil (Juz`) von den Anteilen Allahs - Erhaben ist Er - sei und dies ist der Gipfel der Falschheit, denn alles was einen Teil (Juz`) und ein Ganzes (Kull) besitzt, so ist er zusammengesetzt (murakkab) und in seinem Wesen [lediglich] möglich in seiner Existenz und erschaffen.

Quelle: http://altafsir.com/Tafasir.asp?tMadhNo ... nguageId=1

ibn ʿUmar hat geschrieben:
Abu Sulayman hat geschrieben:Wie wir also sehen ist die Realität der Eigenschaften Allahs gänzlich anders als unsere.

Eine letzte Frage noch hierzu: Was meinst du mit "gänzlich"? Ist das rhetorische Emphase? :-)


Mit "gänzlich" meine ich wirklich gänzlich und ich sage dies nicht bloß zur rhetorischen Emphasie.

Wir wissen z.B. dass Allah ta'ala mit dem Hören (Sam') beschrieben wird und wir wissen, dass auch die Schöpfung damit beschrieben wird. Was ist der Lazim dieser Eigenschaft? Richtig, das Wahrnehmen (Idrak) des Hörbaren (Masmu'at). Macht nun die Überstimmung in diesem Lazim der Eigenschaft des Hörens es notwendig, dass die Realität (Haqiqah) auch gleich/ähnlich ist? Nein, (sonst müsste man ja auch sagen, dass Allah allhörend ist mit Ohren (sprich einem Organ zum Hören benötigen würde) oder dass er Sachen hört, die er zuvor nicht gehört hätte und ähnliche Aussage des Taschbih)!
So kann also zwar einen Ischtirak (Gemeinsam haben) zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung im Lafdh (Wortlaut) vorliegen (so wie jetzt mit dem Beispiel des Hörens als Eigenschaft), aber das Ischtirak in der Realität (Haqiqah), so ist dies absolut unmöglich.

Auch will ich auf die folgende Aussage hinweisen:

Abu Sulayman hat geschrieben:Imam al-Bayhaqi sagte:

ثم يعلم أن صانع العالم لا يشبه شيئا من العالم لأنه لو أشبه شيئا من المحدثات بجهة من الجهات لأشبهه في الحدوث من تلك الجهة ومحال أن يكون القديم محدثا أو يكون قديما من جهة حديثا من جهة


Dann weiss man, dass der Erschaffer der Welt ('Alam) nichts von der Welt ähnelt, denn wenn Er [auch nur] von einer Seite ähnlich der erschaffenen Dinge wäre, so wäre Er ihnen ähnlich in der Erschaffenheit von dieser Seite aus. Und es ist unmöglich, dass der Ewige erschaffen/neu ist oder dass [Er] ewig von einer Seite und erschaffen/neu von einer anderen Seite ist.


Quelle: "al-I'tiqad": http://islamport.com/w/aqd/Web/2511/14.htm


Und:

Abu Sulayman hat geschrieben:Und man sollte sich noch eins bewusst machen: Einer der grundlegenden Pfeiler des Polytheismus und der Anbetung von Geschöpfen ist der Taschbih und der Tajsim, denn man kann ja nur dann Engeln, Jinn, Propheten oder erfunde Wesen mit einer gewissen Form und Größe die Göttlichkeit zusprechen und sie anbeten, wenn man meint, dass der Taschbih und/oder Tajsim bezüglich dem Göttlichem möglich sei!
Wenn man aber sagt, dass es unmöglich ist, dass etwas eine Gottheit ist, während es auch nur von einer Richtung den Geschöpfen ähnelt, so wird man auch keine Geschöpfe anbeten, die zum einen zu einem selbst einen gewissen Grad an Ähnlichkeit aufweisen und zum anderen in ihrer Existenz lediglich möglich sind, sondern man wird denjenigen anbeten, der niemanden gleicht und dessen Existenz notwendig und ohne Anfang und ohne Ende ist!



Zum Schluss möche ich dich an eine Sache erinnern:


Du solltest echt mal aufhören dich so viel von den Philosophen (Falasifah) beeinflussen zu lassen. Ich habe dir schon mal gesagt, dass selbst viele derjenigen von ihnen, die sich dem Islam zugeschrieben haben in Wirklichkeit ungläubige Ketzer (Zanaqiqah) gewesen sind und dass darum eine sehr starke Feindschaft zwischen ihnen und den Mutakallimun der Ahl al-Sunnah bestand (siehe hier: viewtopic.php?f=18&t=1234&start=30#p15647).
Auch habe ich dir damals gesagt gehabt, dass wenn dich theologische/philosophische Themen interessieren, die Mutakallimun der Ahl al-Sunnah zu empfehlen sind und du hast ja ganz offensichtlich nichts von dem Ratschlag befolgt.
Ich sage übrigens nicht, dass du nichts von den Philosophen lesen darfst, aber wie kann es sein, dass du deren Worte liest, aber die Worte der Ahl al-Sunnah darin auslässt?!? Da ist es schon vorprogrammiert, dass man mit der Zeit die falschen Aussagen der Falasifah Stück für Stück akzeptiert bis man gänzlich von der Religion abfällt und wir suchen Zuflucht bei Allah ta'ala davor.
Ich verstehe auch nicht sonderlich wie man zu diesen Leuten hochschauen kann? Allein schon, wenn man bedenkt, dass eine ihrer bekannten Aussagen die ist, dass die Welt ('Alam) ewig sei und dass ist eine Aussage, die man mit einfachsten Mitteln in einer Sekunde widerlegen kann (Stichwort: Unmöglichkeit eines infiniten Regresses).
Wenn es einem darum geht, dass man die Verwendung von Logik (Mantiq) mag, so sei gesagt, dass es darin niemanden gibt, der den Mutakallimun der Ahl al-Sunnah überlegen wäre und das würde man merken, wenn man denn ihre Worte lesen würde!

Ich hoffe wirklich, dass du dir den Ratschlag diesmal zu Herzen nimmst.
Abu Sulayman
 
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Re: Enthüllung der Realität v. Ibn Taymiyyah und seinem Tasc

Beitragvon ibn ʿUmar » Mo Nov 25, 2013 9:21 pm

wa 'alaykum as-Salaam

Abu Sulayman hat geschrieben:Du solltest echt mal aufhören dich so viel von den Philosophen (Falasifah) beeinflussen zu lassen.

Im Grund lasse ich mich von keiner Person, sondern von ihren Aussagen, d. h. ihren Argumenten überzeugen. Ich frage nicht jemandem: "Bist du Philosoph?", und glaube nach Bejahung alles blind was er sagt, sondern ich frage nach dem Inhalt, während es mir gleich ist, als was er sich bezeichnet. Was Außerdem ganz wichtig ist, und darauf wies ich bereits hin (wenn auch nicht hier): »Die Antwort auf die Frage, ob Allāh an einem Ort sei, variiert je nachdem, was man mit ›Ort‹ meint.« Dem entsprechend: Die Antwort auf die Frage, ob wir Eigenschaften mit Allaah teilen, variiert je nachdem, was man mit dem 'Teilen von Eigenschaften' meint... Die einzigen, die uns diesen Umstand lehren, sind - nebenbei - die Philosophen! Ohne sie käme es gewiss zu noch mehr Takfir als es ohnehin schon gibt. Was ich sagen will: Wieso sagst du "A'udhubillaah!" zu einer Aussage, die du womöglich gar nicht verstehst? Was ich bspw. mit "göttlich" meine, kann sich doch völlig von dem unterscheiden, was du darunter verstehst?
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